Heizung ständig entlüften: Häufige Ursachen und Lösungen im Überblick
- Einmaliges Entlüften pro Saison ist normal – ständiges Wiederholen nicht
- Häufige Ursachen: defektes Ausdehnungsgefäß, Nachfüllwasser, undichte Stellen
- Korrosionsprozesse im System können gasförmige Stoffe erzeugen
- Heizwasser nach VDI 2035 verhindert viele Folgeprobleme
- Ab wiederkehrenden Symptomen: Fachbetrieb zur Ursachensuche
Warum kommt überhaupt Luft ins Heizsystem?
Eine Heizungsanlage ist nie zu 100 Prozent luftdicht. Beim ersten Befüllen trägt das Füllwasser gelösten Sauerstoff ein, der sich beim Aufheizen als Mikroblasen aus dem Wasser löst. Diese Blasen steigen nach oben und sammeln sich in den höchsten Punkten des Systems – meist den Heizkörpern in den oberen Stockwerken.
Das ist physikalisch unvermeidbar und kein Defekt. Wer die Anlage einmal zu Beginn der Heizsaison entlüftet, hält das System in einem normalen Zustand. Problematisch wird es, wenn Luft immer wieder nachkommt.
Das Ausdehnungsgefäß: häufig unterschätzt
Das Membran-Ausdehnungsgefäß – kurz MAG – gleicht Druckschwankungen aus, die beim Aufheizen und Abkühlen des Wassers entstehen. Im Inneren trennt eine Gummimembran ein Luftpolster vom Heizungswasser.
Was passiert, wenn das MAG defekt ist:
Wird die Membran porös oder verliert das Gefäß seinen Vordruck, arbeitet das System außerhalb seines Auslegungsbereichs. Beim Abkühlen entsteht Unterdruck – und die Anlage zieht Luft durch kleinste Undichtigkeiten. Der Hausbesitzer entlüftet, füllt Wasser nach, und das Spiel beginnt von vorn.
Woran Sie es erkennen:
Ein regelmäßiger Druckabfall am Manometer ist ein klares Warnsignal. Die Prüfung und Einstellung des MAG erfordert den drucklosen Zustand der Anlage – das ist Aufgabe eines Fachbetriebs.
Nachfüllwasser als Dauerproblem
Jedes Mal, wenn Wasser nachgefüllt wird, trägt es frischen Sauerstoff und Mineralsalze ein. Leitungswasser ist für Trinkwasser optimiert – nicht für Heizkreisläufe.
Was dabei passiert:
Die Mineralsalze reagieren mit den Metallen im System und setzen dabei Gase frei, hauptsächlich CO2. Was der Hausbesitzer als „Luft“ entlüftet, ist in vielen Fällen durch Korrosion entstandenes Gas. Entlüften löst das Problem kurzfristig. Die Ursache bleibt bestehen.
Die Lösung: Heizwasser nach VDI 2035.
Diese Norm beschreibt die Anforderungen an Heizungswasser – vollentsalzt, pH-Wert angepasst, korrosionshemmend. Eine Anlage, die mit aufbereitetem Wasser befüllt wurde, entwickelt erheblich weniger Gase im Betrieb.
Undichte Stellen und diffundierende Rohre
Auch ohne sichtbares Leck kann Luft ins System gelangen.
Zwei häufige Fälle:
- Ältere Fußbodenheizungen mit Kunststoffrohren aus den 1980er und 1990er Jahren sind oft nicht diffusionsdicht – Sauerstoff wandert durch die Rohrwand direkt ins Heizwasser
- Bei neueren Anlagen sind es häufig minimal undichte Pressverbindungen, die unter Betriebsdruck kein Wasser abgeben, aber beim Druckabfall Luft einsaugen
Eine Druckprüfung bringt Klarheit. Diffusionsundichte Rohre lassen sich durch sauerstoffdichte Rohre oder eine Systemtrennung dauerhaft beheben.
Wann reicht Entlüften – und wann nicht?
Einmal pro Saison entlüften: in Ordnung, kein Handlungsbedarf.
Alle paar Wochen am gleichen Heizkörper: klares Zeichen, dass Luft aktiv nachkommt. Hier lohnt sich eine systematische Überprüfung – Anlagendruck, Ausdehnungsgefäß, Wasserqualität, Rohrnetz.
Moderne technische Lösungen:
- Mikroblasenabscheider im Heizungsvorlauf trennen Gasblasen aus dem Heizwasser, bevor sie sich in den Heizkörpern sammeln
- Automatische Schnellentlüfter an den höchsten Punkten lassen Luft selbsttätig entweichen
Beide Maßnahmen reduzieren den Entlüftungsaufwand dauerhaft – und lassen sich bei einem Servicebesuch nachrüsten.
Unser Angebot für Privatkunden
Sie interessieren sich für Heizung, Sanitär, Klima, Lüftung oder Themen wie Photovoltaik und Wallbox? Schauen Sie sich unser Angebot für Privatkunden an oder nehmen Sie an einem unserer Standorte in Bensheim, Mannheim, Nauheim, Mainz oder Eschborn Kontakt mit uns auf.
Einmal pro Heizsaison. Wenn einzelne Heizkörper innerhalb weniger Wochen erneut entlüftet werden müssen, liegt eine technische Ursache vor.
Luft kommt aktiv nach. Mögliche Ursachen: defektes Ausdehnungsgefäß, ungeeignetes Nachfüllwasser oder Korrosionsprozesse. Ein Fachbetrieb kann die Ursache systematisch eingrenzen.
Eine technische Norm, die Anforderungen an Heizungswasser beschreibt: vollentsalzt, pH-Wert angepasst, korrosionshemmend. Aufbereitetes Wasser reduziert Gasbildung im System erheblich.
Ein Bauteil im Heizungsvorlauf, das Gasblasen aus dem Heizwasser filtert, bevor sie in die Heizkörper gelangen. Besonders sinnvoll bei Anlagen, die regelmäßig Luft entwickeln.
Den Anlagendruck am Manometer ablesen: ja. Die korrekte Prüfung des Vordrucks erfordert das drucklose System – das ist Aufgabe eines Fachbetriebs.
Die Herbert Gruppe an 5 Standorten
Die Herbert Gruppe bietet an 5 Standorten in der Rhein-Main-Neckar-Region das gesamte Leistungsspektrum der Technischen Gebäudeausrüstung in den Fachgebieten Heizung, Sanitär, Klima und Lüftung an und ist sowohl regional als auch deutschlandweit tätig.